Welpen barfen – natürliches Hundefutter für die Kleinsten

Welpen barfenEinen Welpen zu barfen ist eine verantwortungsvolle, aber machbare Aufgabe. Ich habe meinen 4 Jahre alten Rüden selbst bereits ab der 11. Woche gebarft. Eine der besten Entscheidungen, die ich getroffen habe, wenn ich mir heute ansehe, was für ein stattlicher und gesunder, ausgeglichener, junger Hund aus ihm geworden ist. Worauf mal beim Barfen von Welpen achten sollte und muss, zeige ich dir hier.

Wenn du noch keinen Hund mit Frischfleisch ernährt hast, ist eine gewisse Unsicherheit zu Beginn völlig normal. Das ging wohl den meisten Hundehaltern so, die die Ernährung ihrer Hunde irgendwann auf das Barfen umgestellt haben.

Das beste Mittel gegen Unsicherheit ist Wissen. Meine grundlegende Empfehlung lautet deshalb: informiere dich gut über das Barfen von Welpen und beginne dann gemeinsam mit deinem Hund Schritt für Schritt mit der Umsetzung.

Ich zeige dir hier, worauf es beim Barfen von Welpen besonders ankommt. Welche Bücher dir weiter helfen und wo du weitere Informationen zum Barfen deines kleinen neuen Partners findest.

Welpen barfen – die besten Bücher

Bevor ich meinen ersten Welpen mit Frischfleisch ernährt habe, konnte ich 2 Jahre lang Erfahrung mit dem Barfen gemeinsam mit meiner Hündin sammeln. Definitiv ein Vorteil, um Sicherheit und Erfahrung zu gewinnen.

Als es soweit war und mein Rüde Pan bei mir einzog, sollte er auch direkt von den Vorteilen dieser natürlichen Hundeernährung profitieren. Einen Welpen zu barfen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Schließlich wird in diesem Alter der Grundstein für die Entwicklung des Hundes gelegt.

Dennoch ist es machbar, einen Welpen zu barfen. Das kann ich aus eigener Erfahrung und Überzeugung sagen. Schließlich trauen wir es uns auch zu menschliche Babys zu ernähren. Warum sollte das also nicht auch mit einem Welpen funktionieren dürfen?

Einen Welpen zu barfen zeichnet sich aber auch durch ein paar Besonderheiten aus. Bei menschlichen Babys und Kleinkindern achten wir schließlich auch darauf, dass die Ernährung dem Entwicklungsstand angepasst wird.

Geholfen hat mir bei der Aufzucht meines Welpen das Welpen-BARF-Buch von Swanie Simon*. Hierin geht es nicht nur um die Ernährung des Welpen ab dem Zeitraum, in dem Welpen sich nicht mehr nur noch durch die Milch der Mutter ernähren.

Erklärt werden auch Entwicklung und Ernährung während der Trächtigkeit der Hündin, sowie unmittelbar nach der Geburt.

Besonderheiten beim Barfen von Welpen

Besonders entscheidende Zeiträume sind die ersten drei Wochen, in denen die Welpen hauptsächlich noch von der Mutterhündin ernährt werden. Es folgen die Wochen 4 bis 6, in denen zusätzlich zur Milch der Mutterhündin Fleisch hinzugefüttert werden kann. Und schließlich die Wochen 7 bis 8, in denen die Welpen komplett auf ihr neues Futter umgestellt werden.

1. Häufige Anpassung der Futtermenge

Die Anpassung der Futtermengen wird in der gesamten Welpen- und Junghundzeit ein Thema sein. Schließlich befindet sich der Hund im Wachstum, braucht Energie und Kraft, um sich zu entwickeln und die Welt zu entdecken.

Daher benötigen Welpen auch proportional gesehen wesentlich mehr Futter als ausgewachsene Hunde. Im Durchschnitt benötigt ein Welpe bzw. ein Junghund in etwa 4% bis 10% seines Körpergewichts als tägliche Nahrung.

Da der Welpe proportional stärker und schneller wächst als der Junghund, kann man bis zum 6 Monat in etwa eine tägliche Futtermenge von 5% bis 6% des Körpergewichts ansetzen. Auch hier gilt wieder: kleinere Rassen benötigen meist etwas weniger Futter und stark aktive Hunde benötigen etwas mehr Futter.

Ab dem 6. Monat in etwa kann man die Futtermenge auf durchschnittlich 4% bis 5% des Körpergewichts verändern. Hunde, die sehr aktiv sind, benötigen möglicherweise etwas mehr Futter. Das macht sich am Hunger und an der Wachstumsgeschwindkeit bemerkbar. Außerdem variiert die Menge auch hier je nach Rasse und Größe.

Tipp: damit man die Fütterung gut im Blick hat, kann man sich gleich zu Beginn einen Futterplan für den Welpen aufstellen – bspw. von der 12. Woche bis zum ersten Jahr. So weiß man relativ genau, wann die Mengen anzupassen bzw. nochmal zu verändern sind. Und man muss nicht jedes Mal von Neuem rechnen.

2. Nahrungsergänzung für Welpen

Für Welpen gibt es durchaus schon einige Nahrungsergänzungsmittel, die dem Frischfleisch zugemischt werden können.

Wirklich wesentlich sind auch hier bei der täglichen Fütterung neben Gemüse und Obst:

  • Öle und
  • Kräuter

Gestaltet man die Ernährung insgesamt abwechslungsreich und liegen keine Besonderheiten vor, braucht man eigentlich nicht viel mehr an „Nahrungsergänzungen“.

3. Der Zahnwechsel

Der Zahnwechsel findet bei Welpen zwischen der 16. und 26. Woche statt. Das enstpricht ungefähr einem Alter von 4 bis 7 Monaten. In dieser Zeit verlieren die Welpen ihre 28 Milchzähne, die meist relativ spitz bzw. scharfkantig sind. Wie beim Menschen auch fallen diese Zähne aus und es folgen die „richtigen“ Zähne.

Besonders in dieser Zeit spielt ein Thema bei vielen Hundehaltern, die ihre Hunde mit Frischfleisch ernähren, eine noch wesentlichere Rolle als sonst: die Calcium-Versorgung. Als auch das damit zusammenhängende Calcium-Phosphor-Verhältnis.

Aber auch hier lässt sich wieder sagen: wer seinen Hund abwechslungsreich und frisch mit Fleisch, Knochen und Co. ernährt, braucht sich hier im Grunde keine Gedanken zu machen. Neben Calcium spielen auch andere Nährstoffe und Vitamine eine wesentliche Rolle für eine gute Entwicklung des Gebiss und der Zähne bzw. des gesamten Körpers.

Wichtig ist, dass der Welpe / Junghund innerhalb seiner Ernährung einen Anteil von ca. 10% bis 15% an Knochen und Knorpel bekommt. Hierzu gibt es sehr unterschiedliche Informationen, die durch das Internet schwirren.

Ich habe mich in diesem Zusammenhang stets an die Angaben der Bücher von Swanie Simon bzw. die Erkenntnisse des sogenanten National Research Council (kurz NRC) gehalten.

Das National Reserach Council (NRC) empfohl bspw. eine tägliche Calciummenge für Welpen von 115 bis 133 mg je 1 kg Körpergewicht. Ebenfalls äußerte sich das Institut nach Untersuchungen im Jahr 2006 so, dass das viel beschworene Calcium-Phosphor-Verhältnis in der Ernährung der Hunde gar nicht so wichtig sei. Es käme viel mehr darauf an, dass der Calciumbedarf des Hundes an sich gedeckt wird.

Und jenen Calciumbedarf deckt man schlichtweg mit einer ausreichenden Fütterung von Knorpel und Knochen.

Wiegt der Welpe in etwa 8 Kilogramm, liegt der Bedarf täglich bei durchschnittlich 992mg – also 0,99 Gramm Calcium je Tag.

100 Gramm Rinderbrustbein enthalten im Schnitt bereits 2.900 mg (2,9 Gramm) Calcium. Den Bedarf von 0,99 Gramm Calcium hätte man also schon mit ca. 34 Gramm Rinderbrustbein gedeckt.

Der 8 Kilogramm schwere Welpe würde täglich in etwa mit 480 Gramm Futter gefüttert werden. Davon entfallen 20% = 96 Gramm auf pflanzliche Erzeugnisse und 80% = 384 Gramm auf Muskelfleisch, Innereien und Knochen.

Dabei sollte der Knochen- und Knorpelanteil wiederum bei 10% bis 15% liegen. Dies entspricht einer täglichen Menge von 58 Gramm.

Füttert man nun bspw. 58 Gramm Rinderbrustbein wäre der tägliche Calciumbedarf mehr als gedeckt.

Mehr zum Thema Calciumbedarf und Calcium-Phosphor-Verhältnis findest du auch in den von mir empfohlenen Barf-Büchern.

Tipps zum Barfen von Welpen

  1. Futtermengen einmal berechnen und ausdrucken
    Niemand hat Lust die Futtermengen jede Woche neu zu berechnen. Deswegen empfehle ich dir, dir einmal die Mühe zu machen und den Futterplan für die ersten Monate zu berechnen. (Bspw. mit der Welpen Barf-Tabelle von Swanie Simon*). Diesen Plan kannst du ausdrucken und bspw. in die Küche hängen.
  2. Futterbedarf auf die Woche hochrechnen
    Den Welpen jeden Tag mit einer exakten Menge Fleisch, Knochen, Gemüse, Obst – also einer exakten Menge Mineralien, Vitaminen und Nährstoffen etc. – versorgen zu wollen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Oder es wird dir schon bald zur Last fallen. Rechne dir die benötigten Mengen lieber auf eine Woche hoch. So ist auch der Einkauf von Fleisch und Knochen einfacher und die Fütterung wird nicht zu kompliziert. Außerdem kommt es nicht darauf an, dass dein Hund jeden Tag die exakte Menge X bekommt. Es ist wie bei uns auch wichtig, bestimmte Bestandteile der Nahrung in einem bestimmten Zeitraum zu bekommen. 
  3. Den Hund beobachten
    Wenn du dir mit dem Barfen noch unsicher bist oder verunsichert bist, hole dir Rückmeldung von deinem Hund, indem du ihn beobachtest. Schau ihn dir genau an – wie sehen Fell, Haut, Krallen und Augen aus? Wie entwickelt er sich? Wie ist es um sein Gewicht bestellt? Die Beobachtung des Hundes ist für mich die einfachste und beste Art herauszufinden, ob seine Nahrung gut ist oder nicht. 
  4. Vielfalt!
    Auch wenn ich mich hier wiederhole, aber rufe dir auch immer wieder ins Gedächtnis: die Bedürfnisse deines Hundes deckst du am besten und am einfachsten mit VIELFALT in der Ernährung ab. 
Welpen barfen – natürliches Hundefutter für die Kleinsten
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