Über uns – Wie ich zum BARF kam

6 Jahre ist es nun her, dass ich meine Hündin das erste mal „gebarft“ habe. Nun im Jahr 2016 habe ich barfhelden.de gegründet. Als Plattform für interessierte Hundehalter, BARF-Anfänger, BARF-Profis oder Menschen, die sich einfach nur ein wenig über dieses Ernährungskonzept informieren wollen.

Wie nun mittlerweile viele andere Hundehalter auch, interessiere ich mich dafür, was meine Hunde (fr)essen. Und wie du auch, interessiert es mich sehr, wie ich die gute Gesundheit meiner Hunde erhalten kann. Allein von 2004 bis heute hat sich allein die Nachfrage dieser Ernährungsform für den Hund bei Google verachtfacht – ein eindeutiges Indiz dafür, dass BARF nach und nach als Hundefutter für viele Hundehalter eine Alternative ist.

Nachfrage nach BARF bei Google von 2004 bis 2016

Nachfrage nach „BARF“ bei Google von 2004 bis 2016

Wir Menschen sind in den letzten Jahren zu echten Fitnesstieren und Ernährungsexperten geworden. Vorbei sind die Zeiten, in denen Fertigprodukte, Tiefkühlkost und Fast Food für uns „das tolle neue Ding“ und eben praktisch und zeitsparend waren. Weil wir heute wissen, dass diese Form der menschlichen Ernährung uns alles andere als gut tut – man schaue sich nur mal den Film „Supersize Me“ an.

Wir wissen also, dass uns diese Form dieser zum großen Teil künstlichen Nahrung nicht wirklich gut tut, dass wir Bewegung brauchen, um uns wohlzufühlen und die Gesundheit zusätzlich mit einer gesunden Ernährung erhalten wollen, um nicht schwer zu erkranken.

Was für uns Menschen selbstverständlich ist, ist für Millionen Hunde in Deutschland jedoch noch längst keine Selbstverständlichkeit. Tagtäglich klacken die Dosen mit nicht mehr erkennbarem „Fleisch“ bzw. minderwertigen Bestandteilen auf, um schließlich im Futternapf zu landen. Genauso wie die Tonnen von Trockenfutter-Pellets.

Dabei sind es nicht einmal die Halter selbst, die daran „die Schuld“ tragen, dass die meisten der hier lebenden Hunde nicht wirklich artgerecht ernährt werden. Ich wette nahezu jeder Hundehalter möchte seinem Hund etwas gutes tun.

Und so werden im guten Glauben daran, dass man dem Hund etwas „gutes tut“, elend teure Nassfutterdosen und Luxus-Trockenfuttersäcke gekauft, die im Grunde oft alles enthalten – außer artgerechte Nahrung für den Hund. Immerhin steht ja drauf, dass das meinem alten, kranken, dicken, allergischen oder jungen Hund gut tut. Doch ist dem wirklich so?

Von der Dose zum BARF

Natürlich bin auch ich nicht auf die Welt gekommen und war schon immer von BARF überzeugt. Es waren Fragen, die mich immer wieder beschäftigt haben und schließlich auch die Krankheitsgeschichte meiner zweiten Hündin, die mich dazu bewegt haben, mich mit anderen Ernährungsmethoden als „Hundenassfutter“ und „Hundetrockenfutter“ zu beschäftigen.

Ich habe mich beispielsweise gefragt:

  • Was haben Hunde eigentlich gefressen, bevor es Hundefutter in Dosen gab?
  • Wenn für Menschen Fast-Food und Fertigessen langfristig nicht gesund sind, warum soll es dann für Hunde so sein?
  • Wie war es möglich, dass Hunde in dieser Welt überlebt haben, als es noch keine Nahrungsergänzung, Nahrungszusätze, kein Diätfutter, kein Seniorfutter, kein Allergikerfutter und kein Welpenfutter gab?
  • Ist es eigentlich gut, wenn Hunde gar nicht mehr richtig kauen müssen?
  • usw.

Ich erinnere mich noch. Ich war 12 Jahre alt. Es war 1997. Wir nahmen unseren ersten Familienhund auf und was bekam unser Hund zu fressen? Natürlich Hundefutter. Hunde fressen schließlich Hundefutter. Und Hundefutter kommt bekanntlich aus Dosen oder Trockenfuttersäcken.

Ich fand das schon als 12-jährige irgendwie seltsam. Zumal dieses Futter auch immer einen ziemlich starken Geruch hatte, aber so gar nicht appetitlich oder identifizierbar aussah – eben typisch Hundefutter. Soweit war es aber für mich und meine Familie dennoch selbstverständlich, dass es Hund eben vermeintlich typisches Hundefutter aus Dosen und Futtersäcken fressen sollte.

13 Jahre und 500 Gramm Rinder-Tartar später

Als ich 25 Jahre alt war, mein Studium abgeschlossen hatte und gerade auf dem Weg in die Selbständigkeit war, nahm ich meine zweite Hündin aus dem Tierheim bei mir auf.

Sie hatte bereits ein ziemlich bewegtes Leben hinter sich. Familie 1, Tierheim, Aufnahme durch eine leider alkoholkranke Frau, Vernachlässigung, tagelang im Bad eingesperrt. Später hat das Veterinäramt sie samt Welpen aus diesen Verhältnissen geholt. Wieder Tierheim. Ganze 2,5 Jahre und dann begegneten wir uns, lernten uns kennen und lebten 6 Wochen später zusammen.

Bereits bei den Kennenlern-Spaziergängen im und um das Tierheim bemerkte ich bei Sunny immer wieder einen ziemlich stark riechenden und scheinbar unangnehmen Durchfall. Generell war sie sehr dünn, hatte sehr trockenes und borstiges Fell, schuppige Haut, spröde Krallen. Ich dachte „Gut, im Tierheim geht es wahrscheinlich keinem Hund wirklich gut. Das schlägt sich natürlich auch auf den Körper nieder.“.

Ihre Freude war riesig als sie das erste Mal mit zu mir nach Hause kam. Sie war so euphorisch und aufgeregt, das habe ich danach nie wieder so extrem bei ihr erlebt.

Wir erlebten viel in den ersten Wochen, doch Durchfall, Blähungen, schuppige Haut, spröde Krallen und trockenes Fell blieben. Am meisten beunruhigte mich der Durchfall. Dieser wurde teils sogar blutig.

Sie bekam bei mir das typische Hundefutter. Ich meinte zwar, dass ich ihr bereits „hochwertiges Nass- und Trockenfutter“ geben würde, doch nichts veränderte sich.

Es folgten Tierarztbesuch 1, 2 und 3. Kotprobe, Antibiotikum, „Aufbau-Spritzen“, Wurmkur, nochmal Kotprobe, nochmal Chemie und schließlich sollte ich elend teures Nassfutter und Trockenfutter vom Tierarzt Nr. 2 kaufen.  Gesagt, getan. Immerhin muss der Tierarzt ja wissen was er tut.

Weitere 2 Wochen bekam Sunny das teure Spezial-Futter. Nichts tat sich. Im Gegenteil wurden die Symptome wieder schlimmer. Wässriger Durchfall, teils Blut im Kot, Blähungen. Das Fell blieb struppig und trocken, Haut und Krallen ebenso. Mir wurde langsam etwas Angst und Bange um meine Hündin. Doch nochmal die Chemiekeulen beim Tierarzt abholen? Nein, das wollte ich nicht. Andererseits musste sich schleunigst etwas ändern.

Da fiel mir ein, dass ich mal von jemandem gehört hatte, der seine Hunde mit Frischfleisch ernähren würde und seither keine Probleme mehr mit Durchfall & Co. bei seinen Hunden hätte. Also ging ich in die nächste Fleischerei kaufte 500 Gramm Rinder-Tartar, die schließlich umgehend in Sunnys Napf landeten.

Sie fraß gern und schnell. Es schien ihr zu schmecken. Auch danach ging es ihr recht gut – kaum ein Gluckern zu hören aus ihrem Bauch, keine stinkenden und sicherlich auch schmerzhaften Blähungen mehr. Doch viel mehr gespannt war ich auf den nächsten Tag. Würde der Durchfall vielleicht dadurch weggehen?

Ich traute meinen Augen kaum. Nach wochenlangem Durchfall hatte Sunny das erste Mal wieder festeren Stuhlgang. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich hätte über Hundekot mal so freuen können ? .

Am gleichen Tag noch suchte ich einen BARF-Laden in meiner Nähe, ließ mich dort beraten und kam mit kiloweise Frischfleisch, ein paar Flocken und ein paar BARF-Zusätzen wieder zurück. In den nächsten Wochen beschäftigte ich mich sehr intensiv mit dem BARFen. Ich las etliche BARF-Bücher, Blogs, Foren und tauschte mich mit dem Frischfleisch-Händler meines Vertrauens aus.

Es ging bergauf und Sunny schien das frische Fleisch gut zu bekommen. Nach bereits einem Tag hatte sie kaum noch Blähungen. Der Kot war ebenso schnell fester. Sie hatte auch von da an nie wieder Blut im Stuhl.

In den darauffolgenden Wochen besserte sich auch das Erscheinungsbild ihrer Haut und des Fells. Die Haut war nicht mehr schuppig und trocken. Das Fell wurde weich, roch nicht mehr und glänzte nach ca. 4 bis 6 Wochen wieder richtig. 

Sunny war immer öfter richtig gut drauf, wirkte insgesamt gelassener und verspielter – so wie man sich einen treuen vierbeinigen Begleiter eben wünscht.

Meine persönliche Meinung zum BARFen

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass BARF für mich die bestmöglich artgerechte und gesunde Ernährungsweise meiner Hunde darstellt.

Das habe ich nicht nur irgendwo gelesen, sondern erlebe es Tag für Tag an meinen Hunden – seit nunmehr 6 Jahren. Meinen jüngeren Malamute-Labrador-Mischling Pan (4 Jahre) barfe ich seit er ein Welpe ist, Sunny kurz nachdem sie aus dem Tierheim zu mir kam.

Es sind insbesondere folgende Dinge, an denen ich merke, dass BARF ihnen gut tut:

  • Das Fell ist sehr weich
  • Das Fell riecht nicht
  • Das Fell glänzt unglaublich und natürlich
  • Die Kotmengen sind relativ gering
  • Die Kotfarbe sieht natürlich aus
  • Die Krallen sind nicht spröde
  • Die Augen und Schleimhaut um die Augen ist klar und sauber

Aber das allerwichtigste: Meine Hunde sind gesund. Sunny hat seit ihrer Umstellung auf BARF keine  Verdauungsprobleme mehr. Die vorigen Jahre der Fertigfutterernährung kann man aber nicht wieder „wett machen“. Eine gewisse Empfindlichkeit ist bei ihr immernoch vorhanden.

An meinem Rüden Pan bemerke ich jedoch noch viel extremer wie gesund er ist. Einerseits am Erscheinungsbild. Andererseits aber auch daran, dass ich mit ihm noch nie ein großartiges gesundheitliches Problem hatte.

Genau ein Mal hat er sich einen Infekt zugezogen und ein paar Tage gehustet und genießt. Ansonsten hat er weder Probleme mit der Verdauung, noch Probleme mit Knochen und Gelenken, noch anderweitige typische Hunde-Weh-Wehchen. Natürlich mag das auch dem Umstand geschuldet sein, dass er einfach noch sehr jung ist.

Aber im Vergleich zu seinen gleichaltrigen Hundekumpels, die locker 3 bis 4 Mal im Jahr wegen aktuer Probleme beim Tierarzt sind, hat er den Tierarzt bisher kaum kennengelernt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch im Vergleich zu seinen Geschwister-Hunden, die wir ab und zu treffen. Pan ist der stattlichste, schlankeste, größte und dennoch muskulöseste Hund aus seinem Wurf.

Ich bin überzeugt davon, dass ich das auch seiner BARF Ernährung zu verdanken habe.

Warum ich früher ungern davon erzählt habe, dass ich barfe

Als ich mit dem BARFen meiner Hündin begann, stellten sich bereits nach einem Tag erste positive Effekte ein. Nach und nach verbesserte sich ihr Gesamtzustand und ich ärgerte mich über die vielen Futtermittel, die ich ihr vorher „verabreicht“ hatte.

Ich muss heute leider sagen „verabreicht“, weil ich erst viel später verstanden habe, was in vielen dieser Nassfutterdosen eigentlich drin war – kaum echtes Fleisch, dafür eine ganze Menge Getreide und eine ganze Menge künstlich hergestellter Zusätze. Das ist vielleicht nicht bei jedem Dosenfutter so. Für die meisten Futterdosen trifft das aber leider zu. Und dennoch bleibt ein verarbeitetes Hundefutter eben ein verarbeitetes Hundefutter – es ist weder frisch, noch kann ich tatsächlich sehen, was drin ist und bin in puncto Abwechslung auf die Kreativität der Hersteller angewiesen.

Nach und nach war ich immer überzeugter von der Ernährungsweise BARF. Das war 2010.

In den ersten Jahren erzählte ich nicht sehr gern davon, dass ich meine Hündin BARFe, wenngleich man eindeutig sah, dass meine Hunde kerngesund waren und sind.

Ständig musste man sich Fragen dazu anhören, die einen enorm skeptischen Unterton hatten und mich irgendwann einfach verunsicherten und auch nervten. Ständig fühlte ich mich in der Position, mich rechtfertigen zu müssen.

Typischerweise gehörten dazu unter anderem folgende Fragen und Aussagen:

  • „Und was machst du da sonst noch rein, damit dein Hund keine Mangelerscheinung bekommt?“
  • „Und du bist dir sicher, dass dein Hund mit rohem Fleisch alles bekommt was er braucht?“
  • „Und lässt du das regelmäßig kontrollieren?“
  • „Ist das nicht total aufwändig, deine Hunde so zu ernähren?.“
  • „Das stinkt doch bestimmt, wenn der Hund rohes Fleisch im Napf hat.“
  • „Und dein Hund ist jetzt nicht aggressiver als sonst?“
  • „Du bist dir wirklich sicher, dass dein Hund nicht auf irgendeine Weise unterversorgt ist? Du bist ja schließlich kein Tierarzt.“

Ich hätte damals gern schon so müde darüber gelächelt wie ich es heute kann. Doch verunsichert haben mich diese Fragen natürlich ab und zu. Immer mal wieder habe ich daran gezweifelt, ob ich wirklich das richtige tue, obwohl es eigentlich so eindeutig war, dass es die richtige Ernährung für meine Hunde ist – sieht und merkt man es ihnen doch an.

Die Ernährung ist für viele – wie auch die Erziehung des Hundes – eine echte Religion. Früher hatte ich das Gefühl, dass ich mich dafür entschuldigen und rechtfertigen müsste, dass ich meinen Hunden nicht einfach eine Dose aufmache.

Nicht zuletzt, weil auch immer mal wieder auf mich eingeredet wurde, wie ich denn nur so verantwortungslos sein könnte. Schließlich wäre ich keine Tierärztin, keine Biologin und könne gar nicht beurteilen, ob meine Hunde alles bekommen, was sie brauchen. Anmerkung: meine Gegenseite war auch weder Tierarzt, noch Biologe, fühlte sich aber schon deshalb im Recht, weil „Hunde eben Hundefutter aus Dosen und Türen fressen“.

Solche Diskussionen gehen heute links rein und rechts raus. Ich muss niemanden überzeugen oder bekehren. Ich möchte aber auch nicht von etwas überzeugt oder bekehrt werden, was ich bereits ausprobiert und für die Belange meiner Hunde für schlecht befunden habe.

Das Problem – BARF hat keine „Lobby“

Nicht zuletzt durch Bücher wie „Hunde würden länger leben, wenn..“ oder „Katzen würden Mäuse fressen“ habe ich erst richtig bewusst über die unterschiedlichen wirtschaftlichen Interessen der Hundefutterindustrie nachgedacht. Da ich selbst BWL studiert habe, fiel mir das nicht allzu schwer.

Fakt ist, BARF hat keine Lobby. Hundenassfutter und Hundetrockenfutter haben das sehr wohl. Stehen hinter dieser industriellen Erfindung aus den 60-/70er Jahren mittlerweile Konzerne, die damit unglaublich viel Geld verdienen.

Hinter BARF steht keine solch eine Lobby. Niemand der Studien in Auftrag gibt und diese möglicherweise auch noch zugunsten der BARF-Ernährung „optimiert“. Konzerne mit Umsätzen und Gewinnen in Milliardenhöhe können solche Studien durchaus in Auftrag geben. Der BARF-Laden um die Ecke kann das nicht.

Es gibt Befürworter. Es gibt Hundehalter, die ihre Hunde barfen und damit auch befreundete oder verwandte Hundehalter begeistern können. Aber Studien, Marketing, Titelseiten und Co.?

Das kann sich in der Regel nur die Futtermittelindustrie leisten, um wiederum weitere Produkte auf den Markt zu bringen und weiter Umsätze zu steigern und auch Tierärzte in ihren „Dienst zu stellen“.  (Darauf werde ich natürlich noch detaillierter eingehen.)

Nicht zuletzt deshalb ist es für mich selbstverständlich, von den Erfahrungen, die ich mit BARF gemacht habe, zu berichten und diese Ernährungsform mit den Möglichkeiten, die ich habe, bekannter zu machen.

Und nochmal: Ich hoffe, dass ich hier nicht missverstanden werde. Ich möchte weder Hundehalter bekehren, noch mich permanent über die gesamte Futtermittelindustrie aufregen. Mein Ziel ist es, interessierte Hundehalter zu einer natürlichen Hundeernährung zu informieren und meine Erfahrungen mit ihnen zu teilen.

Wenn du hier bei barfhelden.de gelandet bist, wünsche ich mir, dass dein Interesse an einer gesunden, natürlichen und artgerechten Ernährung deines Hundes erhalten bleibt und ich dich mitnehmen darf auf die Reise einer solchen Hundeernährung, die nicht nur meinen Hunden unwahrscheinlich gut tut.

Sicherlich werde ich an der ein oder anderen Stelle die Futtermittelindustrie sicher noch kritisieren. Das mache ich vor allem, um die Interessen dieser Industrie darzustellen und diese mit dem Ernährungskonzept „BARF“ zu vergleichen, sodass du dir ein möglichst umfassendes Bild machen und selbst entscheiden kannst, was für deinen Hund das Beste ist.

Über uns – Wie ich zum BARF kam
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